Sanfter grauer Roggen im Steinmagen: Ode an die Leidenschaft

Seit siebzehn Wochen jeden Tag das Gleiche: Morgens zwei Scheiben Brot mit Käse. Einen Apfel, eine Banane. Mittags drei Scheiben Brot, ein Spiegelei. Abends zwei Scheiben Brot mit Käse. Leidenschaft zeigt sich in jedem Bereich. Siebzehn Wochen lang das gleiche Essen, weil es die ersten drei Tage glücklich gemacht hat. Eine neue Sorte Brot bei…

Leseklon

Mit der Entscheidung über die Nutzung meiner privaten Lesezeit diese Woche bin ich restlos überfordert. Tex Rubinowitz in der einen Hand, Max Goldt in der anderen. Beide machen mir viel Freude, die Bücher versteht sich, daher wünschte ich mir wirklich ein zweites Augenpaar. Einen Leseklon. Leseklon – überlegt mal wie viele Bücher zusätzlich gelesen werden…

Verlängerung ausgeschlossen

Das Telefon klingelt. Ich hasse es zu telefonieren, ich bekomme immer einen fürchterlichen Schreck, ich habe Angst, schwitze, das Herz klopft, Ohr wird heiß und Arm gefühllos, ich denke immer, ich habe was ausgefressen, dann stelle ich mich automatisch taub […] (Tex Rubinowitz: Lass mich nicht allein mit ihr. Rowohlt Verlag. März 2017) Ich kann…

Ruth Schweikert: Wie wir älter werden

Wie wir älter werden erzählt von einer Familie, früher und heute, von den unterschiedlichen Charakteren und ihrem Blick auf das (Familien-) Leben und die Liebe. Schweikert erzeugt in Wie wir älter werden eine Schwere, die von Geheimnissen in dem Bund, der Sicherheit bieten sollte – dem Familienbund- geprägt ist. Sexualisierte Gewalt, die gleichzeitig thematisiert und…

Kleine Geschichte der kalten Cola

Die schwarze Brühe der Inkonsequenz läuft kalt und perfekt meine Kehle hinunter. Mit jedem Schluck ein bißchen mehr Leben. Die volle Ladung Zucker. Kein Dauergast im Kühlschrank, eher ein alter Freund, aus dessen Freundschaft man lange rausgewachsen ist. Man denkt man sei etwas Besseres, er ist ja eigentlich eher dümmlich und reißt schlechte Witze, die…

Kristine Bilkau: Die Glücklichen

Kristine Bilkau zeichnet in ihrem Roman Die Glücklichen mit feinfühliger Wortwahl sowie beobachtendem Geschick das Portrait der Berlinerin Isabell. Die ausgebildete Cellistin ist erst kürzlich Mutter geworden und verheiratet mit dem Vater ihres Jungen, dem Journalisten Georg. Bilkau nutzt die interne Fokalisierung, um dem Leser den Einblick in Isabells Gedankenwelt, in ihre Lebenswirklichkeit, zu gewähren.…

Alleinreisen gegen die Angst

Fliegen ist klasse, praktisch, schnell und inzwischen erschwinglich. Aber Flugzeuge, Flugzeuge sind Maschinen denen ich nicht traue, noch viel weniger traue ich den Piloten. Ich glaube an das Gerücht, dass Piloten fast alle betrunken zur Arbeit kommen. Wieso sollte ich das auch nicht glauben, schließlich arbeite ich auch gerade und trinke dabei meinen Wein. Piloten…